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Jubil├Ąumssch├╝tzenfest 350 Jahre
Datum 19.08.2015
Autor Maischack
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Bericht zum Jubil├Ąumssch├╝tzenfest anl├Ąsslich des 350j├Ąhrigen Bestehens des Sch├╝tzenvereins Herlinghausen gegr. 1665 e.V. vom 06. ÔÇô 07. Juni 2015
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ÔÇ×Herlinghausen (tab). Mit einem gro├čen Jubil├Ąumsfest feiern die Herlinghausener Sch├╝tzen an diesem Wochenende das 350-j├Ąhrige Bestehen des Vereins. Bester Sch├╝tze des Jahres 2015 ist nach den Jahren 2011 und 2013 erneut Udo Rutha. Die Sch├╝tzenkette erh├Ąlt der 56-j├Ąhrige kaufm├Ąnnische Angestellte der Firma S+R-Massivbau am Sonntag, 7. Juni, von seinem Vorg├Ąnger Horst Klement. Das Antreten zu der feierlichen Proklamation mit Ehrungen erfolgt um 13 Uhr vor der Herlingihalle. Anschlie├čend beginnt der gro├če Festumzug durch den Ort. Los geht das Jubil├Ąumssch├╝tzenfest bereits am morgigen Samstag, 6. Juni, um 18 Uhr mit dem Eintreffen der Abordnungen und G├Ąste vor der Herlingihalle.

Die Festansprache h├Ąlt um 18.30 Uhr Warburgs stellvertretender B├╝rgermeister Heinz-Josef Bodemann. An den um 19 Uhr beginnenden Jubil├Ąumsfestumzug schlie├čt sich ein Tanz- und Unterhaltungsabend in der Herlingihalle an. Der Sch├╝tzenverein Herlinghausen z├Ąhlt aktuell 189 Mitglieder, 78 davon sind Frauen. ÔÇ×Wir haben im Jahr 2000 die Satzung ge├Ąndert. Seitdem k├Ânnen Frauen bei uns Vollmitglieder werdenÔÇť, berichtet Rainer Herwig. Zum Jubil├Ąumssch├╝tzenfest rechnet der Schriftf├╝hrer und Ortsheimatpfleger mit deutlich mehr Besuchern. ÔÇ×Unser Sch├╝tzenbruder Klaus Backhaus, der geb├╝rtig aus Herlinghausen stammt, in Dolgesheim bei Mainz lebt und im Innenministerium von Rheinland-Pfalz arbeitet, kommt nat├╝rlich zum Jubil├Ąumsfest in seine Heimat. Er bringt seinen ganzen Freundeskreis mitÔÇť, freut sich Rainer Herwig.ÔÇť

So wird einige Tage zuvor unser Jubil├Ąumssch├╝tzenfest im Internet auf einer Plattform des Westfalenblattes angek├╝ndigt. Auch unsere Festschrift findet Erw├Ąhnung im Internet ver├Âffentlicht und in der Tagespresse.


Eine Festschrift zum 350. Geburtstag
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ÔÇ×350 Jahre Sch├╝tzenverein Herlinghausen: Zum Jubil├Ąumssch├╝tzenfest hat Schriftf├╝hrer Rainer Herwig eine Festschrift erstellt. Das 104 Seiten umfassende Werk enth├Ąlt einen geschichtlichen ├ťberblick und eine Zeitreise zum Thema "30 Jahre Vereinsleben". 350 Exemplare sind erh├Ąltlich, und zwar bei Rainer Herwig, beim Vorstand des Sch├╝tzenvereins sowie w├Ąhrend des Sch├╝tzenfestes an diesem Wochenende. Eine Festschrift kostet f├╝nf Euro.ÔÇť


Die Neue Westf├Ąlische titelt folgendes auf einer ganzen Seite:
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Die F├╝hrungsriege der Sch├╝tzen


  • Gesch├Ąftsf├╝hrender Vorstand: Vorsitzender Frank Herwig, Zweiter Vorsitzender Gisbert Richter, Kassierer Michael Nolte, Zweiter Kassierer Hans Gunter Cramme, Schriftf├╝hrer Rainer Herwig, Zweiter Schriftf├╝hrer Frank Schmidt, Sprecherin der Frauenkompanie Angela Sauerland
  • Erweiterter Vorstand: Oberst Herbert Wa├čmuth, Hauptmann der M├Ąnnerkompanie Marco Sauerland, Hauptmann der Frauenkompanie Martin Laudage, 1. Fahnentr├Ąger Ronny Dey, 2. Fahnentr├Ąger Marcel Nowak, Tr├Ąger der Frauenfahne Kai Richter Fahnenoffizier Manfred Humburg, Fahnenoffizier Meinolf Blume, Fahnenoffizier Dietrich Wolff, Fahnenoffizier Torben Sauerland, Fahnenoffizier Markus Otto, Fahnenoffizier Alexander Otto, Schie├čwart Michael Sauerland, Schie├čwarte Hans Gunter Cramme, und Dietrich Wolff, Ehrenvorsitzender Hans Ewald Cramme

350 Jahre Sch├╝tzen in HerlinghausenFrauen spielen im Sch├╝tzenwesen schon fr├╝h eine wichtige Rolleimages/articles-pics/1_1440012445.jpg
In Reih und Glied: Beim Sch├╝tzenfest 1957 treten die Herlinghausener Sch├╝tzen an. | ┬ę Foto: Privat


In Herlinghausen wurde im Jahre 1665 die Sch├╝tzengesellschaft wiederbegr├╝ndet, als nach dem 30-j├Ąhrigen Krieg allm├Ąhlich geordnete Verh├Ąltnisse einkehrten. Die erste Sch├╝tzensatzung des Jahres 1665 liegt noch im Original vor. In einer lesenswerten Festschrift wird die wechselvolle Geschichte 350 Jahre Sch├╝tzenverein Herlinghausen dargestellt.

Aus dieser Satzung geht eindeutig hervor, dass die Gesellschaft schon vor den "leidigen Kriegszeiten", gemeint ist der 30-j├Ąhrige Krieg, der das Warburger Land besonders heimsuchte, bestanden hatte. Im Vorwort wird auf das Sch├╝tzenwesen verwiesen, das man erneuern will und in das sich jeder Einwohner mit "einhalbviertel Gerste" und andere in dieser Gesellschaft mit anderthalb spanischem Taler einkaufen k├Ânnen, "verm├Âge altem Herkommen".

Die historische Satzung macht deutlich, dass man an die fr├╝her ge├╝bte religi├Âse Bindung ankn├╝pft. Man stellt Verhaltensregeln auf, die es nur geachteten M├Ąnnern - seien sie arm oder reich - gestatten, Mitglied zu werden. Schon immer nahmen indes die Sch├╝tzenfrauen in Herlinghausen eine Sonderstellung in dem Verein ein. Seit Anfang des neuen Jahrtausends gibt es im Vorstand auch eine Beauftragte, die die Belange der Frauen im erweiterten Vorstand vertritt. Die Frauenkompanie ist heute zu einem nicht wegzudenkenden Faktor des Sch├╝tzenvereins Herlinghausen geworden.


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Historisch: Das erste Sch├╝tzenfest nach dem Krieg. | ┬ę Foto: Privat


Im Gegensatz zu vielen Gesellschaften des Paderborner Landes wird in Herlinghausen nicht um die K├Ânigsw├╝rde geschossen. In den rund 4000 Seiten der historischen Sch├╝tzenakten, die fast l├╝ckenlos ab 1665 vorliegen, findet sich keine Erw├Ąhnung eines Sch├╝tzenk├Ânigs. Man schie├čt hier um einen vom Verein ausgesetzten Preis. In Herlinghausen wird wirklich nur der beste Sch├╝tze ermittelt.
W├Ąhrend nach der Franzosenzeit alle Sch├╝tzenvereine entwaffnet oder zum Teil auch aufgel├Âst waren, versuchten die Vereine des Warburger Landes wieder, nach alter Tradition ihre Sch├╝tzenfest feiern zu d├╝rfen. Auch Herlinghausen ersuchte jetzt bei der preu├čischen Regierung um Zulassung des Vereins nach. Im Jahre 1878 gibt sich die Sch├╝tzengesellschaft eine der Zeit angemessene neue dritte Satzung. Ursache war wohl die Gr├╝ndung des Westf├Ąlischen Sch├╝tzenbundes im Jahr 1861.

Man weist darauf hin, dass nur christliche M├Ąnner, Frauen und J├╝nglinge aufgenommen werden, dass diese von keinem Gericht bestraft sein d├╝rfen. Nach dieser Satzung sind erstmals Frauen als Mitglieder der Sch├╝tzengesellschaft zugelassen. Aber nicht jede Frau konnte dem Verein angeh├Âren. Nur diejenige, die die Ehre hatte, mit einem Sch├╝tzen verheiratet zu sein, fand Aufnahme in diesen "erlauchten Kreis". Die Einmaligkeit einer Einbindung von Sch├╝tzendamen in die Festwoche der Gesellschaft verdient besonders hervorgehoben zu werden, zumal dieser gute Brauch bis heute gepflegt wird. Seit dem Jahr 2000 k├Ânnen nun alle Frauen Mitglied im Sch├╝tzenverein werden.

Im 20. Jahrhundert sorgten die Kriegswirren f├╝r Unterbrechungen. 1925 feierte man dann das 260-j├Ąhrige Bestehen der Sch├╝tzengesellschaft. Als dann der II. Weltkrieg ausbrach, ruhte alle Aktivit├Ąt. Unter Britischer Verwaltung l├Âste die Milit├Ąrregierung 1945 den Verein auf. Aber schon 1950 konnte die Wiederbegr├╝ndung vorgenommen werden. 1965 feiert die Sch├╝tzengesellschaft das 300-j├Ąhrige Bestehen. Im Jahr 2006 schafft sich der Verein in den Kellerr├Ąumen der Herlingihalle ein neues Schie├čheim mit Schie├čstand. 1986 und 1997 und 2011 wurde das Stadtsch├╝tzenfest in Herlinghausen gefeiert. Heute z├Ąhlt der Verein insgesamt 189 Mitglieder, davon 78 Frauen.

Im Jahr 2007 gab es in Herlinghausen zum ersten Mal Sommerbiathlon zu erleben. Insgesamt viermal kamen in den Jahren danach Wettk├Ąmpfer aus ├Ârtlichen Vereinen und Warburger Sch├╝tzenvereinen zum sportlichen Vergleich nach Herlinghausen.

Zum Vereinsjubil├Ąum wurde durch den langj├Ąhrigen 1. Schriftf├╝hrer des Vereins Rainer Herwig, der seit wenigen Wochen auch Ortsheimatpfleger in Herlinghausen ist, eine Festschrift verfasst, welche die in diesem Text zusammen gefasste Geschichte des Sch├╝tzenwesens beleuchtet.

Zum Ablauf des Jubil├Ąumsfestes:

Erstmals hatte, ausgerechnet im Jubil├Ąumsjahr, der Verein keinen Festwirt, sondern mu├čte das Fest in Eigenbewirtschaftung organisieren.Unser junger Fahnenoffizier Torben Sauerland ├╝bernahm diese nicht einfache und arbeitsintensive Aufgabe. Sch├╝tzenbruder Arnold Hold trat ihm als buchhalterischer Berater zur Seite. Finanzen und Abrechnungen ├╝bernahm wie immer unser Kassierer Michael Nolte.
Es mu├čten Servicekr├Ąfte eingestellt, die Halle bestuhlt und dekoriert, der Ausschank und die Sch├╝tzenvesper organisiert und W├╝rstchenstand geordert werden. Wo immer m├Âglich unterst├╝tzen die Sch├╝tzenbr├╝der die Verantwortlichen. Zahlreiche Vorstandssitzungen waren f├╝r die Vorbereitung und Planung des Festes n├Âtig.
Die Frauenkompanie sorgte, wie in den letzten Jahren auch, f├╝r das Kuchenbuffet am Sonntagnachmittag. Ebenfalls wie immer am Festsonntag spielte der Spielmannszug f├╝r die Festteilnehmer zum St├Ąndchen auf und DJ Andy sorgte danach f├╝r die weitere Stimmung am Nachmittag und Abend.
Da alles das in Eigenregie erledigt werden mu├čte, hatte dies auch Auswirkung auf die festfolge. So fiel der Festmontag erstmalig aus und das Programm wurde auf zwei Tage reduziert und gestrafft.

Der Festablauf 2015 sah also nun folgendes vor:
  • Samstag, 6. Juni: 18 Uhr: Eintreffen der Abordnungen und G├Ąste vor der Herlingihalle; 18.30 Uhr: Festansprachen; 19 Uhr: Festumzug, ab 20 Uhr: Tanz mit der Band ÔÇ×Hokus PokusÔÇť aus Niedenstein
  • Sonntag, 7. Juni: 13.30 Uhr: Antreten und Ehrungen; 14 Uhr: Festumzug, dabei Abholen der Frauen; ab 15 Uhr: Kaffeetrinken mit musikalischer Begleitung; ab 17 Uhr: Sch├╝tzenvesper und Freibier sowie Tanz.
Mit weit ├╝ber 200 Mitwirkenden zogen die Abordnungen der Warburger Sch├╝tzenvereine am Samstagabend bei noch herrlichem Sonnenschein im gro├čen Festumzug durch das mit Fahnen und Wimpeln geschm├╝ckte Herlinghausen. Die Spielmannsz├╝ge Oberlistingen und R├Âsebeck sorgten f├╝r den richtigen Marschschritt. Zahlreiche Zuschauer standen an den Stra├čen.

Nachdem der 1. Vorsitzende Frank Herwig alle G├Ąste begr├╝├čt hatte hielt der stellvertretende B├╝rgermeister der Hansestadt Warburg, Heinz-Josef Bodemann, die Festrede. Er betonte, wie wichtig die Bewahrung von Traditionen sei, in der viele von gesellschaftlicher K├Ąlte, Vereinzelung und Vereinsamung sprechen w├╝rden. Ein wichtiges T├Ątigkeitsfeld sehe er f├╝r Sch├╝tzen darin, dass sie ÔÇ×ihrem Heimatort das Gef├╝hl geben, in einer lebendigen Gemeinschaft zu lebenÔÇť. Ein Beispiel hierf├╝r sei das Sch├╝tzenfest. Hier werde sowohl Tradition als auch Brauchtum gepflegt. Zudem w├╝nschte er dem Sch├╝tzenverein Herlinghausen, sich modern und zeitgem├Ą├č weiter zu entwickeln.

Mit Abordnungen waren am Samstag beim Umzug und Tanzabend dabei:

Die Sch├╝tzenvereine Warburg, Scherfede, Germete, Calenberg, Ossendorf, Wormeln, Hohenwepel, Menne, N├Ârde, D├Âssel sowie Heimatschutzverein Welda und als hessische Nachbarn die Sch├╝tzenvereine Haueda und Ersen.

Nach dem Umzug wurde in der Halle kr├Ąftig gefeiert. Teilweise blieben die Abordnungen der Gastvereine noch lange in Herlinghausen.

Am Festsonntag wurden vor dem Umzug folgende Mitglieder geehrt:

Der Beste Sch├╝tze des Vorjahres Horst Klement. Er hat den Verein im vergangenen Sch├╝tzenjahr bei allen ├Âffentlichen Anl├Ąssen pr├Ąsentiert und vertreten und bekommt am Sonntag als Dank und zur Erinnerung an seine Amtszeit den Verdienstorden.

F├╝r 25 Jahre Treue zum Verein:Gisbert Richter (derzeit 2. Vorsitzender) und Martin Laudage (derzeit: Hauptmann der Frauenkompanie und Stadtsch├╝tzenk├Ânig 2011)

F├╝r 40 Jahre Treue zum Verein: Bernd Grote

F├╝r 60 Jahre Treue zum Verein. Werner Nolte und Willi Rappe

F├╝r 65 Jahre Treue zum Verein: Herbert Wolff (wurde zuhause geehrt)

Am Nachmittag konnte der 1. Vorsitzende Frank Herwig zahlreiche G├Ąste begr├╝├čen, die unserer Einladung zum Besuch des Festes gefolgt waren. Auch hatten sich viele Herlingh├Ąuser eingefunden, die in diesem Jahr zum Teil l├Ąnger blieben als in den Vorjahren. Bis in den fr├╝hen Abend und nach Darreichung der Sch├╝tzenvesper mit Freibier, das f├╝r diesen Anlass reichlich gespendet worden war, war die Halle gut gef├╝llt und die Stimmung war heiter.

Gegen 22 Uhr leerte sich die Halle merklich. Die ÔÇ×EisernenÔÇť aber hielten die Stellung bis in die fr├╝hen Morgenstunden.

Insgesamt mu├č man feststellen: ein gelungenes Jubil├Ąumssch├╝tzenfest, das auch in der ├Ârtlichen Presse umfangreiche W├╝rdigung erhalten hat.

Ob es k├╝nftig bei diesem Festablauf bleibt oder nicht wird die Zukunft entscheiden. Sicher scheint aber, da├č die Herlingh├Ąuser Sch├╝tzengesellschaft an ihrem j├Ąhrlichen Sch├╝tzenfest festhalten wird, gleich welcher Anstrengungen es bedarf und gleich welche Umgestaltungen notwendig werden k├Ânnten.

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